Cartoons und Karikaturen sind nicht nur eine Ausdrucksform der Gesellschaftskritik und der Satire; sie sind für den Zeichner die Möglichkeit, sich mit dem Werkzeug der spitzen Feder mit den Ungereimtheiten des Alltags, dem Wahnwitz des Wichtigen, dem Skurillen des Nebensächlichen auseinander zu setzen. Auch in schwierigen Lagen ermöglicht eine Karikatur dem Betrachter, mit Wut, Zorn, Enttäuschung, Hilflosigkeit in seinem persönlichen Kosmos zurechtzukommen. Lachen befreit.
Aber Lachen klärt auch auf, verschafft Luft und Kraft und gibt vielleicht den Mut, sich dem Irrsinn unbeirrt in den Weg zu stellen, niemals der Not und dem Elend den Rücken zuzukehren, achtsam auf sich selbst und die Umstände des Lebens zu sein.
Karikaturen sind immer einfach. Darin liegt ihr Reiz: die Kunst besteht darin, mit möglichst knappen Mitteln und wenigen Strichen die Botschaft auf das Wesentliche reduzieren. Eine Karikatur will informieren, sie will eine Botschaft transportieren - eindeutig, unmissverständlich, klar und rein. Nichts darf vom Wesentlichen ablenken. Der Betrachter soll sofort wissen, worum es geht, er soll niemals rätseln, interpretieren, sondern sich sofort mit der Meinung des Zeichners beschäftigen.
So gesehen will eine Karikatur nicht Kunst sein, und doch, gut gemacht, in machen Augenblicken, ist sie es: eine wahre Kunst.